„Ich wollte mich neu erschaffen“

Sika Moon ist eine normschöne Frau im Internet, die es in der
Realität nicht gibt. Oder doch? Ein Gespräch mit ihrer Erschafferin über das Geschäft mit Sex und Schönheit in Zeiten künstlicher Intelligenz

Fünf Jahre lang verdiente eine junge Frau aus Berlin sehr viel Geld mit Sex-Content auf der Erotik-Internetplattform Onlyfans. Ein Knochenjob. Kurz vor dem Burnout zog sie die Notbremse. Nach einer Auszeit ist sie nun zurück im Geschäft. Allerdings nicht als sie selbst, sondern als Sika Moon – eine KI-optimierte Version ihrer selbst. Auf Social-Media-Plattformen wie Instagram und Erotik-Portalen wie Fanvue postet sie hauptberuflich nun als Sika Moon erotische bis pornografische Bilder und Videoclips. Weil die Frau hinter Sika Moon anonym bleiben möchte, adressieren wir sie hier als Sika. Das Interview haben wir per E-Mail geführt, aber ein Identitätsnachweis liegt der taz vor.

wochentaz: Wie viel von dir steckt in deinem digitalen Avatar Sika Moon?

Sika: Sika Moon hat sehr viel von mir. Nur habe ich mich so durchoptimiert, wie ich mich selbst in der Realität erschaffen hätte, wenn ich es mir hätte aussuchen können, nach meinen Idealvorstellungen. Sikas Gesicht ist aus meinem entwickelt, aber sie hat etwas mehr Lippen, dunkleren Teint, glattere Haut, insgesamt schönere Körperformen. Ihr Charakter wiederum, ihr Wesen, ihre Stimme, das alles bin ich. Leute, die mich gut kennen, sehen mich in ihr. Aber sie ist anders genug, um von Fremden nicht wiedererkannt zu werden.

Warum ist es dir wichtig, anonym zu bleiben?

Aus mehreren Gründen…

Weiterlesen im PDF oder auf taz.de

Veröffentlicht in der wochentaz vom 23. März 2024 (Titel)

Co-Autor Christian Cohrs